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Tsiakkas Winery ist ein familiengeführtes Weingut aus Pelendri im Troodos-Gebirge auf Zypern, gegründet 1988 von Costas Tsiakkas. Hier entstehen biologische Bergweine aus autochthonen Sorten wie Xynisteri, Vamvakada (Maratheftiko) und Yiannoudi, geprägt von Höhenlage, Frische und einer klaren Handschrift. Costas gehört zu den Pionieren, die Zyperns fast vergessene Reben wieder zum Leben erweckt haben.
Es gibt Winzer, bei denen spürt man sofort, dass hinter dem Wein ein ganzer Lebensentwurf steht. Costas Tsiakkas ist so einer. Wer seine Weine probiert, schmeckt nicht nur das Troodos-Gebirge, sondern auch die Hartnäckigkeit eines Mannes, der gegen den Strom geschwommen ist. Statt auf bequeme Allerweltssorten zu setzen, hat er sein Leben den einheimischen Reben Zyperns verschrieben. Genau diese Haltung macht ihn für mich zu einem der spannendsten Winzer der Insel.
Costas wurde in Pelendri geboren, einem Dorf in der Region Pitsilia, die seit jeher für ihren Höhenweinbau bekannt ist. Eigentlich studierte er Ökonomie. Doch statt in einem Büro zu landen, kehrte er in sein Dorf zurück, mit einer klaren Idee im Kopf: ein Weingut aufzubauen, das zeigt, welches Potenzial in den einheimischen Rebsorten Zyperns steckt.
1988 gründete er Tsiakkas Winery, im wahrsten Sinne von Grund auf. Begonnen hat alles ganz klein, mit den Familienreben, bescheidener Ausrüstung und einem Keller, der im Untergeschoss des Grossvaterhauses lag. Von Anfang an interessierte ihn vor allem eine Frage: Wie verhalten sich Sorten wie Xynisteri und Vamvakada, besser bekannt als Maratheftiko, im rauen Bergklima? Diese Neugier ist bis heute der Motor des Weinguts geblieben.
Schon früh stellte das Weingut auf biologischen Anbau um. Bereits 1995 begann Costas, seine Rebberge auf organische Bewirtschaftung umzustellen, zu einer Zeit, als das in der Weinwelt noch alles andere als selbstverständlich war. Mit dem Wachstum des Weinguts investierte er in bessere Rebbergpflege, nachhaltige Methoden und einen kontrollierten, möglichst zurückhaltenden Kellerstil.
Daraus entstand ein klar erkennbarer Stil: Frische, Sortencharakter und der unverwechselbare Ausdruck des Troodos-Terroirs stehen im Mittelpunkt. Die Rebberge liegen hoch, auf rund 800 bis 1470 Metern, auf sandig-vulkanischen Böden. Viele Stöcke sind wurzelecht und phylloxerafrei, einige bis zu 100 Jahre alt. Es sind Weine, die nicht laut sein müssen, um zu überzeugen. Genau diese Ehrlichkeit schätzen wir bei Donati Vini.
Tsiakkas hat weit über das eigene Weingut hinaus Spuren hinterlassen. Besonders bei der roten Sorte Yiannoudi spielte Costas eine Schlüsselrolle. Tsiakkas war das erste Weingut, das einen Yiannoudi als eigenständigen Wein auf den Markt brachte. Dieser Schritt hat andere Winzer:innen ermutigt, sich ebenfalls mit fast vergessenen Reben zu beschäftigen, sie wieder anzupflanzen und schliesslich eigene Weine daraus zu keltern.
So kamen nach und nach Sorten wie Promara, Spourtiko, Morokanella und weitere verschollen geglaubte Reben zurück ins Glas. Wenn heute von einer Renaissance der autochthonen zypriotischen Sorten die Rede ist, dann gehört Costas Tsiakkas zu jenen, die diese Entwicklung mit angestossen haben.
Tsiakkas Winery ist bis heute ein Familienbetrieb geblieben. Die nächste Generation ist inzwischen aktiv mit an Bord: Orestis Tsiakkas als Winemaker und Ektoras Tsiakkas im Rebberg, beide mit einem noch stärkeren Fokus auf einheimische Sorten und auf die langfristige Nachhaltigkeit der Lagen. Aus einem kleinen Dorfbetrieb ist über die Jahre ein angesehener Produzent geworden, der heute in mehr als elf Länder exportiert.
Costas selbst hält nach wie vor die Fäden in Rebberg und Keller zusammen und sorgt dafür, dass das Weingut seinen Werten treu bleibt: Qualität, Authentizität und das stete Vorantreiben des zypriotischen Weins.
Mehr über das Weingut, seine Lagen und sein Sortiment findest du direkt bei Tsiakkas Winery.
Ein paar dieser Bergweine sind nun auch bei uns in Basel angekommen. Marilen und Beat Schwald und ich haben gemeinsam eine Auswahl zypriotischer Weine zusammengestellt, und Tsiakkas gehört selbstverständlich dazu. Vier Weine führen wir aktuell, vom unkomplizierten Einstieg bis zum kraftvollen Bergrotwein. Mehr zur wichtigsten Weisssorte liest du in unserem Beitrag Xynisteri: Zyperns Weisswein für eine heissere Zukunft.
| Wein | Typ / Rebsorte | Preis |
|---|---|---|
| Xynisteri | Weisswein aus Xynisteri | CHF 18.50 |
| Exelixis | Weisswein aus Chardonnay, Sauvignon Blanc und Xynisteri | CHF 24.00 |
| Rosé Rodinos | Rosé aus Maratheftiko, Syrah und Xynisteri | CHF 19.00 |
| Vamvakada Maratheftiko (Bio) | Rotwein, Maratheftiko | CHF 27.00 |
Der Xynisteri (98% Xynisteri, 2% Muscat d'Alexandria) stammt aus den hochgelegenen Rebbergen rund um Pelendri. Nach der temperaturkontrollierten Vergärung reift er zwei Monate auf der Feinhefe im Stahltank. Im Glas zeigt er sich frisch und fruchtbetont, mit Noten von Nektarine, Zitrone, Grapefruit und Holunderblüte, getragen von einer belebenden, mineralischen Frische. Ein vielseitiger Begleiter zu Apéro, Meeresfrüchten, gegrilltem Gemüse und mediterranen Vorspeisen.
Der Exelixis ist Teil einer experimentellen Kleinserie. Er vereint autochthone Promara und Xynisteri mit Sauvignon Blanc und Chardonnay und reift einige Monate in französischen Barriques. Das Ergebnis ist ein vielschichtiger, kräftiger Weisswein mit Zitrus, Melone, Ananas, feiner Würze und cremigem Schmelz. Ein moderner Wein mit Charakter, der zeigt, wie experimentierfreudig auf dem Weingut gearbeitet wird.
Der Rosé Rodinos entsteht aus roten Trauben aus den hochgelegenen Lagen des Troodos, schonend gepresst und im Stahltank ausgebaut. Zartes Lachsrosa, in der Nase Erdbeere, Himbeere und rote Johannisbeere mit floralen Noten, am Gaumen leicht, fruchtbetont und trocken. Ein unkomplizierter, eleganter Rosé für warme Tage, zu Salaten, Antipasti, gegrilltem Gemüse oder einfach zum Apéro.
Der Vamvakada ist ein reinsortiger Maratheftiko aus rund 70-jährigen, wurzelechten Reben auf etwa 1200 Metern, biologisch erzeugt und nur in Kleinstauflage abgefüllt. Leuchtendes Rubinrot, in der Nase Kirsche, Veilchen, Brombeere und Kardamom, am Gaumen feinkörniges Tannin, lebendige Säure und Tiefe. Ein kraftvoller, zugleich eleganter Rotwein zu Lamm, Rind, Wild und kräftigem Käse.
Wenn du nicht nur Tsiakkas, sondern die Bandbreite der zypriotischen Weinwelt kennenlernen willst, ist unser Zypriotischer Kennenlern-Karton der einfachste Einstieg. Darin steckt unter anderem der Vamvakada Maratheftiko von Tsiakkas, begleitet von Weissweinen von Vlassides und Zambartas, einem Rotwein von Argyrides und einer Commandaria von KEO. Sechs Weine, ein Querschnitt durch die Insel.
Der Karton kostet CHF 122 statt CHF 146.50, du sparst also rund 25 Franken. Weil wir mit kleinen Familienbetrieben arbeiten und die Mengen begrenzt sind, können einzelne Weine je nach Verfügbarkeit wechseln (Sorten- und Jahrgangswechsel vorbehalten).
→ Zum Zypriotischen Kennenlern-Karton
Wie diese Weine den Weg von der drittgrössten Mittelmeerinsel nach Basel finden, erzählen wir dir in unserem Beitrag Donati Vini und Paphos-Weine. Einen Überblick über unser ganzes Zypern-Sortiment findest du auf der Seite Paphos-Weine: Zyperns verborgene Schätze, und alle zypriotischen Weine sammeln sich in unserer Kollektion Zypriotische Weine.
| Weingut | Tsiakkas Winery |
| Gründer | Costas Tsiakkas |
| Gegründet | 1988 |
| Ort | Pelendri, Region Pitsilia (Troodos-Gebirge, Zypern) |
| Anbau | organische Bewirtschaftung seit 1995, minimale Eingriffe |
| Lagen | Höhenweinbau auf rund 800 bis 1470 m, sandig-vulkanische Böden |
| Stil | Frische, Sortencharakter, Bergterroir |
| Leitsorten | Xynisteri, Vamvakada (Maratheftiko), Yiannoudi |
| Besonderheit | erstes Weingut mit eigenem Yiannoudi-Label |
| Export | in mehr als 11 Länder |
| Führung | Familienbetrieb; zweite Generation: Orestis (Winemaker) und Ektoras Tsiakkas |
Du willst tiefer eintauchen? In unserer Event-Serie W-ein Kapitel dreht sich regelmässig ein Abend ganz um Zypern. Oder du kommst einfach in unserer Vinoteca am St. Johanns-Ring 106 in Basel vorbei (Degustationen auf Anfrage). Ich freue mich, dir die Weine von Costas Tsiakkas persönlich zu zeigen.
Yamas!
Bernhard